Fiskalschnittstelle – was das Finanzamt von Deiner Kasse möchte

Finanzamtschnittstelle (Fiskalspeicher)

Seit 2010 ist bekannt, dass alte Registrierkassen, die nicht auf eine Finanzamtschnittstelle nachgerüstet werden können, zum 31.12.2016 auslaufen und danach nicht mehr benutzt werden dürfen.

Tipp: Diese können immer noch z.B. als Pfandkasse oder ähnliches ohne Rechnungsstellung genutzt werden.

Bei der Finanzamtschnittstelle greift das Finanzamt aber nicht ständig (z.B. online) auf die Kassendaten zu, sondern nur bei Betriebsprüfungen durch den Steuerprüfer. Ihr müsst darauf achten, dass Ihr die Daten 10 Jahre von allen Kassen aufbewahrt.

Lasst Euch also beim Kauf der Kasse unbedingt vorführen, wie die Daten gesichert werden. Bei einfachen Registrierkassen kann es sein, dass Ihr die jeden Monat wegsichern müsst und die Gefahr besteht, dass Ihr das mal übersieht. Hört sich nicht schlimm an, ist es aber.

Hier hat der Steuerprüfer kein Pardon. Achtet deshalb unbedingt penibel auf eine saubere Sicherung der Finanzamtsdaten. Alles andere kann wirklich sehr teuer werden….

§ – Fiskalschnittstelle seit 1.1.2017 extrem wichtig

Hier Gesetzestexte dazu:

2016-gesetzesentwurf-manipulation-an-kassen

bmf-schreiben-vom-26-11-2010-aufbewahrung-digitaler-unterlagen-bei-bargeschaeften

Finanzamtschnittstelle Pflicht 1.1.2017

Nichts wurde im Jahr 2016 so kontrovers im Bereich Registrierkassen so kontrovers diskutiert, wie der Ablauf der Übergangsfrist zur Finanzamtschnittstelle, die verpflichtend zum 1.1.2017 alle elektronische Registrierkassen, Kassensysteme oder POS-Kassen haben müssen.

Selbst die Steuerberater hatten Kunden mit dem Thema zum Teil verunsichert und einige Gesetzesentwürfe beim Kassenthema und Finanzamt verwechselt oder den Mandanten tatsächlich falsch informiert.

Fakt ist folgendes:
Mit dem Schreiben vom November 2010 des Bundesfinanzministeriums ist eindeutig festgelegt worden, dass alte Kassen, die nicht mehr nachgerüstet werden können, noch bis zu einer Übergangsfrist bis maximal 31.12.2016 eingesetzt werden dürfen. Der Kassenbesitzer sollte jedoch nachweisen, dass er versucht hat, ein Update für seine Kasse zu bekommen. Ist dies laut Auskunft des Kassenherstellers nicht mehr möglich, so durfte die Kasse bis zum 31.12.2016 noch verwendet werden.

Mit dem Stichtag 1.1.2017 sind nun ALLE Kassen, Registrierkassen, POS-Systeme, Kasssensysteme etc. verpflichtet, nicht nur eine Fiskalschnittstelle zu haben, sondern die Kassen dürfen z.B. auch nicht mehr zurückgestellt werden können, haben fortlaufende Rechnungsnummern, alle An- und Abmeldungen der Kassierer/Kellner, Preisänderungen, Stornos, Belegvorgänge, etc. automatisch zu dokumentieren und 10 Jahre vorzuhalten. Hat die Kasse keinen Ausreichend großen Speicher, so muss der Kassenbesitzer dafür sorgen, die Daten rechtzeitig zu sichern und die 10 Jahre aufzubewahren.

Unter diesem Link ist das Originalschreiben vom Bundesfinanzministerium downzuloaden
bmf-schreiben-vom-26-11-2010-aufbewahrung-digitaler-unterlagen-bei-bargeschaeften.
(BMF = Bundesministerium für Finanzen)

2. Gesetzesentwurf für 2020
Eine weitere Änderung für Registrierkassen, ist der neue Gesetzesentwurf der Bundesregierung, die die Manipulation von Registrierkassen einschränken soll. Dabei geht es vor allem um die Hersteller, die dann voraussichtlich geprüft werden sollen, ob deren Kassensystem manipuliert werden kann.

Tatsächlich gibt es hier nach wie vor Hersteller, die meinen, dem unehrlichen Kassenbesitzer helfen zu müssen und Tricks in die Kassen eingebaut hatten, damit diese manipuliert werden konnten und Umsätze auf einmal verschwunden sind. Die jährliche Schadenssummer soll hier über 10 Mrd. Euro betragen, die hier in dunkle Kanäle verschwinden.

Vermutlich wird sich der Entwurf der Regierung durchsetzen, dass sich Hersteller von Kassen oder Kassen-Software beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizieren lassen müssen (Voraussichtliche Kosten ca. 75.000 Euro für einen Kassen-Hersteller). Wie das dann im einzelnen genau aussehen wird, kann jetzt eigentlich noch niemand exakt wissen. Lassen wir uns überraschen, was tatsächlich kommen wird.
Hier der Gesetzesentwurf zum downloaden:
2016-gesetzesentwurf-manipulation-an-kassen

Quelle: Bundesministerium der Finanzen - Ablauf Kassenprüfung

Quelle: Bundesministerium der Finanzen – Ablauf Kassenprüfung

3. Kassenpflicht
Auch in der Schublade ist eine allgemeine Kassenpflicht im Gespräch. Was ist Österreich am 1.1.2016 begann, soll vermutlich auch in Deutschland eingeführt werden. In Österreich muss ab 15.000 Euro Jahresumsatz an der Kasse, eine elektronische Registrierkasse verwendet werden. In Deutschland ist ab einer Grenze ab 17.500 Euro aktuell im Gespräch. Ob dies dann tatsächlich kommen wird, ist nach wie vor nicht verabschiedet. Die Chancen, dass eine Kassenpflicht in Deutschland kommen wird, ist allerdings relativ hoch.