Kassentricks an der Bäckerkasse erkennen

Eine Untersuchung des Einzelhandelsverbandes aus dem Jahr zeigte, dass im Handel rund 30% der Kassierer noch ehrlich sind, da kommt kein Geld an der Kasse weg. 40% sind „anfällig“ für Gelegenheiten, wenn selten oder gar nicht kontrolliert wird, die restlichen 30% machen immer wieder Probleme. Diese traurige Tatsache wird noch einmal schlimmer, als das eine neue Zahl aus dem Jahr 2013 die Zahl mit den absolut ehrlichen Kassierern an der Kasse mit nur noch 10% angibt.

Vor allem an der Bäckereikasse oder im Filialbetrieb kommt es immer häufiger zu Ungereimtheiten an der Kasse. Damit dies nicht für Dich zum Ruin oder großen Verlusten kommt, brauchst Du eine vernünftige Bäckerkasse oder weitere Kontrollmechanismen. Dazu später. Eine Kasse alleine ist für Dich leider keine Garantie für ehrliche Mitarbeiter.

In extremen Fällen geht viel Geld an der Kasse in der Bäckerei am Chef vorbei. Bei einfachen Warengruppen-Kassen geht man davon aus, dass jede 7. Buchung fehlerhaft ist, da es zu Kopfrechenfehlern kommt, oder Artikel unabsichtlich vergessen wurden.

Spätestens mit dem Stichtag 1.1.2017 ist der Bäcker, bzw. Registrierkassenbesitzer nun in solchen Fällen doppelt bestraft. Durch die verpflichtende Fisikalschnittstelle hat nun das Finanzamt, bzw. dessen Steuerprüfer die Möglichkeit, direkt mit einer Prüf-Software auf die Fiskaldaten der Bäckerkasse zuzugreifen. Hast Du dann zu wenig aufgepasst und wurdest von Deinen Mitarbeitern betrogen, so fehlt zum einen das Geld in der Kasse, zum anderen merkt die intelligente IDEA Prüfsoftware der Steuerprüfer schnell, dass die Umsätze nicht zur Kasse passen. ==> spätestens jetzt droht eine Steuerschätzung, da dem Steuerprüfer das ziemlich gleichgültig ist, wer die falschen Umsätze an der Kasse verursacht hat. Und sicher kennt Ihr auch nur wenige, bei denen die Steuerprüfung zu Gunsten des Prüflings ausgefallen ist – wir kennen hier tatsächlich gar keine in diesem Zusammenhang…

Damit Du Dich als Bäcker vor diebischen Mitarbeitern schützen kannst,  gibt es verschiedene technische Hilfsmittel. Zum einen kann eine besseres, professionelles Kassensystem schon sehr helfen, dass nicht ohne weiteres Kassentricks angewandt werden können, zum anderen gibt es praktische Produkte im Markt, die alle Kassiervorgänge z.B. mit Einblendung der Bon-Daten im Videobild dokumentieren. Auch eine neue Betrugserkennungs-Software gibt es im Markt, die auf die typischen Kassentricks reagiert und über ein Ampelsystem Alarm schlägt, wenn sich solche Kassiervorgänge auf einmal häufen.

Ein häufiger Trick sind z.B. Zwischensummen-Spiele von Kassierern beim täglichen Abverkauf an der Bäckerkasse. Im normalen Tagesgeschäft wird oft „vergessen“ an der Kasse zu tippen. Als Merkhilfe, wie oft ein bestimmter Artikel nicht gebucht wurde, kommen dann gerne mal Gummibärchen zum Einsatz, Büroklammern oder Servietten als Zählhilfen. Am Abend wird einfach die Anzahl der Gummibärchen gezählt und z.B. mit dem Artikelbetrag mal genommen. Schnell sind schon mal 100 oder 200 Euro am Tag an der Kasse mit solchen Kassentricks abgezockt. Pro Jahr kommen hier schnell mal 50.000 Euro zusammen, die dann im Geschäft fehlen oder eine Filiale unrentabel macht.

An der falschen Stelle gespart:
Lass Dich also nicht ins Bockhorn jagen, wenn Deine Mitarbeiter oder Kollegen meinen, dass man nicht kontrollieren braucht, da man ja für die eigenen Mitarbeiter die „Hand ins Feuer legt“. Die Hände wurden schon tausende Male verbrannt. Steckt lieber Eure Hände in den Backofen um Produkte zu backen, aber spart nicht an der falschen Stelle um ein professionelles Kassensystem einzusparen. Das ist die teuerste Ersparnis, die Du überhaupt in Deiner Bäckerei machen kannst.

Zahlgeldbetrug und Falschgeld:
Ab und an kommt es leider auch zum Besuch in der Filiale von Zahlgeldbetrügern. 1 bis 2x im Monat kommt es schon mal vor, dass ein Kunde sich täuscht und meint, dass er mit 50 statt 20 Euro bezahlt hat. Um so schlimmer ist es, wenn es sich dabei um einen Zahlgeldbetrüger handelt, die die Bäckereiverkäuferin in ein Gespräch verwickelt oder massiv verunsichert. Hier hilft Dir am besten ein Kamerasystem oberhalb der Kassenschublade, die den Kassiervorgang mit aufnimmt. Kommt es zu solchen Forderungen, kannst Du schnell und einfach nachschauen, ob es nun ein 20 oder 50 Euro Schein gewesen ist.

Ein weiterer Punkt kommt leider auch immer mal wieder an Deiner Kasse vor. Das Thema Falschgeld – meistens bei 50 Euro Scheinen ist häufiger, als man sich vorstellen kann. Es gibt sogar bei der Kripo in jedem Bundesland einen eigenen Fahrdienst, der nur Falschgeld aus den Banken oder Geschäften abholt. Hier hilft zum einen ein Falschgeld-Training für die Kassierer an der Bäckerkasse, als auch ein Geldscheinprüfer, der meistens nur um die 100 Euro kostet und in einer halben Sekunde den Schein rasant automatisch überprüft.